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Maserati Bora feiert 50. Geburtstag

Maserati Bora feiert 50. Geburtstag:

Mittelmotorsportwagen setzte fahrdynamische Maßstäbe

 

Genau 50 Jahre ist es her am 11.März 1971, dass Maserati sein erstes Straßenfahrzeug mit Mittelmotor vorstellte. Das Unternehmen brach damals in eine neue Ära auf - so wie heute mit dem Supersportwagen MC20 (Kraftstoffverbrauch kombiniert: 14,8-12,4 l/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 282-245 g/km). Die Bauweise, bei der sich das Triebwerk hinter dem Fahrer, aber noch vor der Hinterachse befindet, ist typisch für den Motorsport. Dort hatte sie Maserati bereits 1961 erstmals erfolgreich mit dem Tipo 63 eingesetzt. Der Bora übertrug das innovative Konzept auf die Straße und wurde zum Vorreiter weiterer Maserati Modelle mit Mittelmotor. Ihm folgten Merak, MC12 und ganz aktuell der MC20.

 

Maserati hatte das Design bei Giorgetto Giugiaro von Italdesign in Auftrag gegeben. Zu seinen Vorgaben gehörte es, die sportliche Performance mit Aspekten wie Design, Komfort und Sicherheit zu verbinden. Giugiaro schuf ein zweisitziges Coupé mit einfachen, sehr eleganten Linien, die dem Bora ein harmonisches Aussehen verliehen.

 

Das Konzept war futuristisch. Die flache, schlanke und vergleichsweise spitze Frontpartie war so gestaltet, dass sie durch die Luft pflügte. Der Frontgrill bestand aus zwei rechteckigen Lüftungsschlitzen mit einem Dreizack in der Mitte. Die glatten Seitenflächen waren zentral durch eine dünne schwarze Gummiabdeckung getrennt, während das Heck in einem Kamm endete.

 

Als Antrieb kam der bewährte V8-Motor mit 4,7 Litern Hubraum und einer Leistung von 310 PS bei 6.000 U/min zum Einsatz. Zwei Jahre später wurde er durch ein 4,9-Liter-Aggregat ersetzt. Der Motor war in Längsrichtung auf einem im Monocoque installierten Hilfsrahmen montiert. Das technische Konzept des Fahrzeugs stammte von Giulio Alfieri.

 

Zu den besonderen Merkmalen gehörten Klappscheinwerfer zur Reduzierung des Luftwiderstands, ein heckseitig angeflanschtes Hinterachsdifferential, unabhängige Aufhängungen an allen Rädern (zum ersten Mal bei einem Maserati), Scheibenbremsen rundherum, eine trocken gelagerte Einscheibenkupplung, ein Fünfgangganggetriebe sowie Teleskopstoßdämpfer. Der Bora vereinte Komfort und Leistung und bot eine Höchstgeschwindigkeit von über 280 km/h, was dank des außergewöhnlich agilen Ansprechverhaltens des Motors und des leisen Innenraums für große Fahrfreude sorgte.

 

Bis 1978 entstanden in der wirtschaftlich schwierigen Zeit der weltweiten Ölkrise 564 Exemplare des Bora sowie ein ganz besonderes Exemplar: der spektakuläre Boomerang, ein Coupé-Prototyp von Giugiaro mit futuristischer Technik und extrem keilförmiger Karosserie.